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Pula

Istrien

Um die Stadt zu besichtigen, sollte man mehr als nur einen Tag einplanen. Denn zu sehen gibt es viel!

Pula ist heute mit 82.000 Einwohnern die größte und älteste Stadt Istriens und besitzt daher großartige antike Monumente. Seine Kultur zusammen mit dem modernen touristischen Infrastruktur nicht zuletzt die Reize der blauen Adria machen Pula zu einem sehr attraktiven Urlaubsort.

Historisches Zentrum

von Pula

Der Triumpfbogen von Pula, genannt auch das "goldene Tor", stand früher in unmittelbarem Bezug zum Stadttor Porta Aurea (eben das goldene Tor), das leider jedoch im 19. Jh. zerstört wurde. Doch der Name ist damit nicht obsolet, denn sinnigerweise markiert der Bogen heute den Eingang zur Einkaufsmeile von Pula.

Um das Zentrum von Pula mit seinen vielen historischen Monumenten und Kirchen zu besichtigen, sollte man schon mehr als nur einen Tag einplanen.

Gegründet wurde Pula einstmals als römische Kolonie Pietas Julia. Schon ab dem 6. Jh. war sie ein bedeutender byzantinischer Flottenhafen und diese strategische Bedeutung behielt die Stadt bis ins 20. Jh. bei. 1150 unterwarf sich die Stadt den Venezianern und blieb - bis auf eine kurze Unterbrechung von 1294 bis 1319 -Teil der Republik Venedig bis zu deren Untergang 1797. Danach kam es zum habsburgischen Herrschaftsbereich und zum Ausbau als Kriegshafen.
Auch heute ist sie weiterhin ein bedeutender kroatischer Hafen, aber auch Verwaltungszentrum Istriens und Universitätsstadt.

Amphitheater

Pula

Das Amphitheater in Pula - das Juwel der Küstenstadt - zählt zu den sechs größten erhaltenen Arenen der Welt. Unter Kaiser Vespanian wurde es 79 n. Chr. für Gladiatorenkämpfe erweitert und fasste 23.000 Zuschauer. Im Mittelalter wurden hier Turniere ausgetragen, während man heute eher friedliche Veranstaltungen wie Freilichtkonzerte und im Sommer das Opernfestival und ein spektakuläres Open Air Filmfestival bevorzugt, bei dem der kroatische Filmpreis "Goldene Arena" verliehen wird.

Da die Arena an der Küste an einem Hang liegt, hat die Außenmauer an der Meeresseite drei Geschosse und an der gegenüber liegenden Seite nur zwei. Die gut erhaltene Außenmauer misst an ihrem höchsten Punkt imponierende 29,40 Meter! Die Hauptkampfbahn ist 68 Meter lang und 41 Meter breit. Entlang der Hauptachse befanden sich unter dem Theater die Korridore für die Gladiatoren und die Tierkäfige (oder heutzutage die Opernsänger).

Pula

Wochenmarkt

in Pula

wann

Montag und Freitag

Früher Vogel fängt den besten Fisch ;)

Sandstrände gibt es in Pula nicht (die gibt es frühestens in Medulin), dafür aber eine reiche Auswahl an Kieselstränden (grob und fein), Felsstränden und Badeplateaus aus Beton und Liegewiesen.

Hunde sind an offiziellen Stränden nicht gestattet. Dafür gibt es einen eigenen Hundestrand in der Saccorgiana Bucht etwas weiter südlich auf der Halbinsel Verudela.

Pola und der k.u.k. Kriegshafen

Nach der Revolution von 1848 war das Arsenal von Venedig als österreichischer Kriegshafen nicht mehr tragbar und man suchte nach einem neuen Standort. Kaiser Franz Josef I. favorisierte das kleine Städtchen Pola, das damals nur ca. 900 Einwohner zählte und dessen Gemeindrat vier große Grundstücke kostenfrei an das Militär abtrat. 1856 wurde von ihm persönlich der Grundstein zum Bau eines Seearsenals gelegt.

Der folgende Ausbau zum österreichischen Hauptkriegshafen bescherte der Stadt einen unglaublichen Bauboom und eine rasche Bevölkerungszunahme. Bei der letzten Volkszählung unter den Habsburgern im Jahr 1910 zählte man 58.560 Einwohner. Sämtliche Großbauten, die noch heute das Stadtbild prägen, standen in Verbindung mit dem Ausbau zum Kriegshafen. Einige davon sollen erwähnt werden, wie die Werft, die Maschinenschule, das Marinespital, die Marinekaserne, das Marinekasino, das hydrografische Amt mit Sternwarte, der Bahnhof, zivile Schulen, sozialer Wohnbau, Hotels etc.

Zwischen der 12 km entfernten Insel Brioni/Brijuni und dem Festland befand sich der Außenhafen. Der eigentliche Hafen war 8,6 Quadratkilometer groß und umfasste sämtliche für den Seekrieg wichtige Einrichtungen. Um 1912 erhielt er eine erste große Funktelegrafenstation-Radiopola, die bis zum Atlantik und dem Roten Meer reichte.

Mit dem Vertrag von Saint-Germain kam Pola wie ganz Istrien an Italien bis 1945. Endgültig wurde im Pariser Friedensvertrag von 1947 festgelegt, dass ganz Istrien an die jugoslavische Teilrepublik Kroatien fiel.

Augustustempel & Forum Romanum

Pula

Am ehemaligen römischen Forum steht der aus dem 1. Jh. n. Chr. stammende Augustustempel. Er ist 17 Meter lang und nur sechs Meter breit, zählt aber mit seinen 3 x 2 Säulen und den korinthischen Kapitellen der Vorhalle und der Cella zu den hervorragenden Beispielen römischer Baukunst.
Noch gute 100 Jahre älter ist der kleine Sergierbogen mit einer geflügelten Siegesgöttin und einem Fries, das einen Pferdewagen zeigt.

Durch die Porta Herculea, dem ältesten römischen Denkmal Pulas mit einer Darstellung des Herkules mit Keule, gelangt man auf das Kastell. Dieses sternförmige Kastell wurde im 17. Jh. von den Venezianern auf den Ruinen des römischen Kapitols im Stadtzentrum errichtet. Es beherbergt das Historische Museum von Istrien. Von seinen Mauern hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. In der Nähe findet man die Reste eines Theaters und danach das Archäologische Museum von Istrien. Es liegt in einem Park der ehemaligen Deutschen Schule nahe der Porta Gemina.